Oberflächenbehandlung von Holz

Nur selten wird Holz für die Möbelherstellung so verarbeitet, wie es aus dem Wald kommt. Stattdessen sind es meist noch einige viele Werkschritte bis es letztendlich so aussieht, wie wir es aus dem Möbelmarkt kennen. Das Holz muss getrocknet, zugeschnitten, gesägt, geleimt und vernagelt werden. Aber einem Arbeitsschritt wird eine besondere Bedeutung zugeschrieben: der Oberflächenbehandlung. Denn Holz ist nicht nur ein natürlicher, sondern auch ein lebendiger Werkstoff. Er kann sich verziehen, aufquellen oder schimmeln. Das Ergebnis: Unsere Möbel werden morsch und zerfallen.

Ob ölen, lackieren oder wachsen, erst mit der richtigen Schutzschicht behalten unsere Holzmöbel noch lange ihren Glanz und ihre Farbe. Auch wenn viele Möbel bereits vorbehandelt gekauft werden können, heißt das nicht, dass diese Schutzschicht ein Leben lang hält. Stattdessen müssen die guten Stücke meist nach einigen Jahren frisch versiegelt werden. Damit die Holzschutzmittel aufgetragen werden können, muss das zu behandelnde Holz aber geschliffen und, falls vorhanden, von alten Oberflächenbehandlungen gesäubert werden.

Holzlack ist die Lösung für langanhaltenden Schutz, denn im Gegensatz zu Ölen oder Wachs, bilden Lacke einen sehr harten Film, der über mehrere Jahre hin hält und nicht regelmäßig erneuert werden muss. Meist we

rden besonders beanspruchte Möbel, wie zum Beispiel Sitzmöbel, lackiert. Mit Lack versiegelte Holzflächen sind sehr leicht zu pflegen. Fingerabdrücke können zum Beispiel mit einem Tuch „wegpoliert“ werden. Außerdem gibt es spezielle Möbelpolituren für dieses Holzschutzmittel.

Oberflächenbehandlung Holz

Oberflächenbehandlungen für Holz

Auf eine schon sehr alte Tradition können Holzschutzöle zurückblicken. Schon vor Jahrhunderten wurden Möbel mit den pflanzlichen Schutzmitteln bestrichen. Leinen-, Walnuß-, Mohnöl und Co. wollen vor allem die natürliche Schönheit des Holzes erhalten, denn im Gegensatz zu Lacken legen sie keinen Film auf die Oberfläche und verdecken nicht die schöne Maserung vieler Holzarten. Der Effekt ist eine matt schimmernder Satinglanz, der aber, wenn man mehrere Lagen aufträgt, durchaus mit dem Hochglanz von Lackierungen mithalten kann. Nach dem Auftragen darf man nicht vergessen überschüssiges Öl mit einem Papier abzutragen, ansonsten besteht die Gefahr von Fettflecken.

Ein weiteres jahrhundertealte Holzschutzmittel ist Wachs. Der Klassiker war damals Bienenwachs, aber heutzutage werden Wachse auch noch aus vielen verschiedenen Naturstoffen hergestellt. Mittlerweile gibt es aber auch chemische Wachse und auch Öle, die mit Lösungsmittel versetzt sind. Holzwachs wird entweder mit einem Tuch in die Oberfläche eingerieben oder erhitzt und in flüssiger Form mit einem Pinsel aufgetragen. Ähnlich wie Holzöle verleihen auch Wachse dem Holz einen eher natürlich samtigen Glanz – ein Glanz der vor allem zu einem rustikalen oder Landhausstil besser passt als auf hochglanzpolierte Möbelstücke.

Wenn uns die natürliche Tönung des auserwählten Holzes nicht gefällt, können wir es durch Beizen umfärben. Dieser Vorgang bietet außerdem die Möglichkeit neues Holz in ein antike Optik zu verwandeln. Im Gegensatz zum Anstreichen wird beim Beizen die natürliche Maserung des Holzes nicht verdeckt. Stattdessen wird der natürliche Farbton verstärkt und strukturelle Unterschiede betont. Vorsicht!: Bei diesem Vorgang wird die Oberfläche nicht versiegelt, deshalb muss nach dem Beizen unbedingt noch ein Holzschutzmittel aufgetragen werden.