Auch wenn sie wohl in den seltensten Fällen der Mittelpunkt des Badezimmers sind, so sind sie dennoch das wohl wichtigste Element: Toiletten. Jeder Mensch muss mehrmals täglich auf eine solche und daher ist es auch nicht weiter verwunderlich, dass man sie in jedem Haushalt auffinden kann. Obwohl es nur drei Hauptbauarten gibt, sind die Schüsseln oft in verschiedenen Designs erhältlich, die das Badezimmer auch optisch aufwerten können und sich dem Stil der anderen sanitären Anlagen gut anpassen.
Erste, gut ausgebaute Toiletten, damals besser als Latrinen bekannt, gab es bereits 2800 v. Chr. in Mesopotamien. Auch die Römer besaßen Toiletten und hatten sogar ein recht fortschrittliches Abflusssystem. So mündeten die Abflüsse nicht immer großen Abwasserkanälen (Kloaken), sondern wurden durch Wasser entfernt – eine hygienischere Abflussmöglichkeit. Im Gegensatz zu heute, besaßen allerdings nur reiche Menschen ihre eigenen Toilette, das restliche Volk musste öffentliche Latrinen nutzen. Dieses Vorgehen wurde aber nach dem Ende des römischen Reiches kaum mehr genutzt.
Vor allem im Mittelalter war es Standard, dass die Öffnungen der Toiletten ins Freie führten. Dies betraf nicht nur das normale Volk, auch in Schlössern gab es zumeist keine zufriedenstellende Lösung für die Beseitigung des Abwassers und der Fäkalien. Diese Probleme verursachten, dass die Schlösser meist eine Qual für die Nase darstellten, da die Notdurft oft in Korridoren, Fluren oder Raumecken verrichtet wurde. Erst Ende des 18. Jahrhunderts wurden die ersten Wasserklosetts eingeführt. In Bahnen war es allerdings auch danach noch lange Standard, eine Fallrohrtoilette zu nutzen. Diese entleeren den Inhalt der Toilette sofort nach außen. Mit dieser einfachen Bauart gehen aber auch Verschmutzungs- und Umweltprobleme einher und so ist es nicht weiter verwunderlich, dass es sie heutzutage kaum noch gibt.
Heutzutage gibt es, wie bereits erwähnt, drei Hauptbauarten: Tiefspüler, Flachspüler und Hocktoilette. Die Tiefspüler sind die Modelle, die momentan am weitesten verbreitet sind. Ihr größter Vorteil ist, dass die Ausscheidungen direkt in das Wasser des Siphons fallen und somit eine allzu starke Geruchsentwicklung unterbinden. Allerdings wird es oft als unangenehm empfunden, wenn das Wasser beim Toilettengang an das Gesäß spritzt. Beim Spülvorgang gibt es zudem Unterschiede zwischen nordamerikanischen und europäischen Toiletten. In Europa werden die Ausscheidungen durch einlaufendes Wasser entfernt, wogegen die amerikanischen Exemplare den Inhalt durch einen Sog entleeren und die Schüssel dann wieder mit Wasser auffüllen.
Bei Flachspülern befindet sich eine Stufe unter dem Gesäß des Benutzers. Hier ist die Geruchsbildung deutlich stärker als bei Tiefspülern, da die Ausscheidungen nicht gleich mit Wasser in Kontakt kommen. Daher wurden Toiletten in allen Bereichen häufig mit Tiefspülern ausgewechselt. In unseren Breiten nicht so bekannt, aber dennoch recht verbreitet sind Hock- oder Stehtoiletten. Hierbei sitzt der Benutzer auf keiner Schüssel, sondern befindet sich in der Hocke. Als Toilette wird hier ein einfaches Loch im Boden, oder eine beckenähnliche Konstruktion genutzt. Diese Art der Toilette ist für unerfahrene Benutzer sicherlich sehr gewöhnungsbedürftig und schwierig, allerdings gelten sie als die hygienischste aller Toiletten, weil man keinen körperlichen Kontakt mit ihr hat. Sie sind vor allem in Asien, islamischen Ländern, aber auch in Südeuropa verbreitet.














