Nachtschrank

Bett und Kleiderschrank – das sind die Dinge, an die jeder denkt, wenn er sich Gedanken über das Einrichten eines Schlafzimmers macht. Ein Möbelstück, das aber ebenfalls nicht fehlen darf und schon seit vielen Jahren an den Betten der Menschen steht, ist der Nachtschrank oder das „Nachtkästchen“, wie es früher genannt wurde. Nachtschränke sind besonders praktisch, da sie, neben einer Ablagefläche, meistens, ein oder zwei Schubfächer haben und es somit erlauben, dass man all die Dinge in ihnen verstauen kann auf die man abends nicht verzichten möchte. Dazu gehören in den meisten Fällen eine Lampe und ein Wecker, der die schönsten Träume unterbricht und einen früh morgens aus dem Bett scheucht. Medikamente, Taschentücher oder das Brillenetui können in den Schubfächern untergebracht werden, so dass die Ablage immer ordentlich aussieht und nichts versehentlich runter fällt und aus den Augen verloren wird.

Doch wie kam es eigentlich dazu, dass Menschen begannen, sich einen kleinen Schrank an das Kopfende ihres Bettes zu stellen? Diese Frage bekommt man beantwortet, wenn man an die Zeit vor 1940 denkt, als die meisten Haushalte über keine Toiletten innerhalb der eigenen vier Wände verfügen konnten. Um auf Toilette zu kommen, musste man meist über den Hof oder durch das Treppenhaus gehen, was besonders in der Nacht umständlich und, bei der Dunkelheit, auch gefährlich war. Um ihre Notdurft aber trotzdem verrichten zu können, besaßen die Menschen früher Nachttöpfe. Diese waren meist alte Blumentöpfe oder Töpfe, die in der Küche keine Verwendung mehr fanden. Heutzutage findet man keine Nachttöpfe mehr im normalen Hausgebrauch, in Krankenhäusern sind sie, bei Patienten, die das Bett nicht verlassen dürfen, aber immer noch in Gebrauch. Der Nachtschrank, der fast immer mit einem verschließbaren Fach ausgestattet war, war der Ort an dem man seinen Nachttopf verstauen konnte.

Die heutigen Nachtschränke haben zwar immer noch ein wenig Ähnlichkeit mit ihren Vorgängern, die Designvielfalt der verschiedenen Exemplare ist aber mittlerweile unüberschaubar. Auch die Materialien unterscheiden sich heute stark von den damaligen, meist aus Massivholz bestehenden, Nachtschänken. Ob Metall-, Glas- oder Kunststoffnachtschränke, für jeden Geschmack ist etwas dabei. So gibt es unauffällige, einfache Modelle aus Holz, die gut in schlicht und ruhig gestaltete Schlafzimmer passen oder ausgeflippte Modelle, die als Hingucker und besondere Highlight fungieren können. Ein solches Exemplar könnte zum Beispiel aus durchsichtigem Kunststoff sein, welches durch integrierte, farbige LEDs zur einer innovativen Lichtquelle wird. Aber aufgepasst: bei einem solchen Modell sollte das Fach des Nachtschrankes immer einigermaßen aufgeräumt sein, sonst wirkt die Konstruktion nicht.

Doch auch moderne Nachtschränke, mit Hochglanzfronten oder in reich verzierten Varianten, gibt es zu Genüge. Wer nicht so viel Platz für Kleinigkeiten braucht, kann sich einen edlen Nachtschrank mit langen, geschwungenen Beinen und einem kleinen Schubfach zulegen. Handwerklich talentierte Menschen können sich natürlich auch einfach einen individuellen Nachtschrank selber bauen und sich somit ein Unikat schaffen.

Ebenfalls wichtig für viele: was soll auf dem Nachtschrank stehen? Einfach nur Wecker und Lampe ist vielen zu langweilig und so können auch ein kleines Platzdeckchen, eine wohlriechende Blume, Fotos oder andere Dekoartikel auf dem Nachtschrank platziert werden.