Welche Möbel passen in welche Wohnung…?
…und welche überhaupt nicht? Wenn man umzieht und dabei nicht nur die Adresse, sondern auch den Wohnungstyp wechselt, muss man sich ...weiterlesen
Als Récamière wurde ursprünglich ein Sofa ohne Rückenlehne, dafür aber mit zwei gleich hohen Armlehnen bezeichnet. Eine Récamière, auch Chaiselongue oder Duchesse, ist eine Mischung aus Sessel, Liege und Sofa. Seinen Namen hat das Möbelstück von der französischen Schriftstellerin Julie Récamièr (1777-1849), die auf ihm liegend gezeichnet wurde. Die Blütezeit der Récamière war im 18. und 19. Jahrhundert. Damals galt es als schick, auf dieser Sitzgelegenheit Gäste zu empfangen.
Récamièren fanden sich zumeist in den Räumen, in denen sich die Damen der oberen Gesellschaftsschichten vorwiegend aufhielten. Diese hatten ihr Zimmer, ähnlich einem Herrenzimmer, wenn sie aus den höheren Schichten stammten. Die Dame des Hauses besaß darüber hianus für ihren Raum in der Regel ebenfalls eine passende Kommode und einen Schrank, Den Mittelpunkt des Zimmers jedoch bildete die Récamière. Hier erledigte sie ihre Handarbeiten, hier las sie ihre Bücher, hier bewirtete sie ihre Herzensfreundin mit Kaffee oder Tee und hielt ihr Mittagsschläfchen nach dem Essen.
Mitte des 19. Jahrhunderts kam die Récamière aus der Mode. Erst in den 1920er Jahren hielt sie wieder in europäischen Wohnzimmern Einzug, nachdem Le Corbusier das Modell „B306“ auf den Markt gebracht hatte. Diese schlichte Récamière mit Stahlgestell fand in der Folgezeit viele Nachahmer und war Inspiration für moderne Varianten.
Heutzutage handelt es sich bei eine Récamière um herrlich schön gearbeitete Sofas, häufig geformt wie eine lange Niere. Das Kopfteil ist erhöht und auch etwas breiter. Nach unten hin ist die Récamière eher flach gehalten und wird häufig schmaler, das muss allerdings nicht sein. Es gibt auch viele Récamièren, die eine gleichförmige Liegefläche bieten. Sie können gepolstert, bezogen und aus unterschiedlichen Materialien sein. Zudem gibt es Modelle der Récamière als Solitär oder eingebunden in eine Sofalandschaft.
Dieses Sitzmöbel zeichnet sich inzwischen durch eine große Bandbreite an Variationen aus, von der pompösen Récamière bis hin zur schlichten Récamière. Auch wenn das Design vielfältig ist und den Gestaltungsmöglichkeiten durch moderne Techniken kaum Grenzen gesetzt sind, bleibt die Funktion des Möbelstücks stets gleich. Die Récamière ist ein Polstermöbel, auf dem es sich bequem ausruhen und herrlich entspannen lässt.












